Glückwunsch Männer, macht weiter so! |
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MAZ vom 20.03.2006: HCN demütigt Preußen HANDBALL / Berliner kassieren gegen Aufsteiger erste Heimniederlage BJÖRN BETHE NEURUPPIN "Wir sind auch weiterhin das Maß aller Dinge in der BB-Liga", tönten die Preußen vergangene Woche vollmundig auf ihrer Webseite, nachdem sie bei den Reinickendorfer Füchsen gewonnen hatten. Am Wochenende nun mussten sie lernen, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Es setzte die erste Saisonniederlage für den Tabellenführer vor heimischer Kulisse überhaupt. Ausgerechnet der Aufsteiger aus Neuruppin war es, der letzte Woche noch eine bittere Heimklatsche gegen Brandenburg bezogen hatte, nun aber beim 26:29 beide Punkte aus der Preußenhalle entführte und damit die Meisterschaft wieder vollkommen offen gemacht hat. Anfangs schien sich der allgemein erwartete Ausgang der Partie abzuzeichnen. Preußen führte relativ schnell 4:0, ließ dann aber vor allem im Angriff nach. Einige Bälle hielt Patrick Ziebert sehr gut, genug Gelegenheiten haben wir aber auch einfach nur verworfen, so Preußen-Coach Peter Frank gestern. Dennoch schien die Niederlage der Gäste beim 10:4 in der 22. Minute bereits besiegelt. Doch der BFC versäumte es, weiter zu arbeiten. "Wir sind plötzlich in eine Lethargie verfallen und haben einen schon am Boden liegenden Gegner wieder aufgebaut", so Frank. HCN-Trainer Peter Knebel hatte auch beim 10:4 nicht an eine hohe Niederlage gedacht. Nach dem Spielverlauf der ersten 20 Minuten "habe ich an ein gutes Ergebnis geglaubt, aber nicht an einen Sieg, das wäre vermessen gewesen", so Knebel. Aber der 20. Minute war klar, "dass wir gut mithalten können". Stück um Stück arbeiteten sich die Neuruppiner heran, verkürzten auf 9:11 bis zur Pause. Und auch nach Wiederanpfiff änderte sich nichts, im Gegenteil. Neuruppin, besonders Irek Kaczmarczyk, von dem in den vergangenen zwei Monaten wenig bis gar nichts zu sehen war, steigerte sich immer mehr, war insgesamt acht Mal erfolgreich. Beim 14:14 in der 37. Minute glich der HCN erstmals aus, knapp fünf Minuten später übernahm er mit dem 16:17 die Führung und gab sie bis zum Ende nicht mehr aus der Hand. "Der HCN hat deutlich über seinen Verhältnissen gespielt, meine Jungs haben wohl gedacht dass es immer so weiter geht wie bisher", ärgerte sich Preußen-Coach Frank noch gestern über den verkorksten Heimauftritt. Peter Knebel, dessen erster Gedanke nach Abpfiff war, dass "das eigentlich gar nicht möglich ist", hat trotz der Freude über die zwei unerwarteten Punkte auch dieses Spiel wie gewohnt ausgewertet. Und dabei gesehen, dass seine Mannschaft die Zahl der technischen Fehler im Vergleich zur Vorwoche kaum reduzieren konnte. Nur verstanden es die Gastgeber nicht, daraus Kapital zu schlagen. Als der eingewechselte Quente beim Stand von 25:28 drei Minuten vor Schluss einen Strafwurf parierte, war die Partie entschieden. HCN: Ziebert, Quente, Helmdach (4), Kaczmarczyk (8), Thäle (2), Eismann, Nietzel (2), Ermling (6), Julius (1), Gröger (6) |
MAZ vom 20.03.2006: Sieg beim BFC bringt zehn Kisten Bier HANDBALL / HCN-Schlitzohr Thäle wettete mit OHC-Betreuer auf Sieg beim BFC NEURUPPIN "Na, was bekommen wir, wenn wir die Preußen schlagen?" - so begrüßte ein gut gelaunter Marco Thäle den Betreuer des Oranienburger Handballclubs, Michael Freund, vor gut einer Woche nach dem Spiel des OHC beim VfL Lichtenrade. "Zehn Kisten Bier", lautete die Antwort des Oranienburgers, der auch nicht lange darüber nachdachte und in die Wette einschlug. Nicht einmal eine Gegenleistung musste Thäle versprechen. Eigentlich war das auch nur so dahingesagt, lachte der Kapitän der Neuruppiner Handballer gestern. Freund kennt er aus vielen verschiedenen Spielen als aktiven Handballer, die Chemie stimmt und die "Wette" war eigentlich nur ein kleiner Spaß am Rande. Vergessen hat Thäle sie jedoch nicht. Und so klingelte kurz nach dem Abpfiff der Partie Preußen - HC Neuruppin in Oranienburg ein Handy. "Wir haben gewonnen, wann begleichst du deine Wettschulden", schallte es Freund entgegen. "Ich war mir sicher, diese Wette niemals bezahlen zu müssen", lachte der. Aber Wettschulden sind schließlich Ehrenschulden, also werde er bezahlen. Wichtiger als die Wette ist ihm, dass der Ausgang der Saison mit der Preußenpleite wieder recht offen ist. Im übrigen hat Thäle auch nach dem Preußenspiel gleich mal beim dortigen Mannschaftsrat nachgefragt, was den Berlinern ein Sieg des HCN in Oranienburg wert wäre. "Ein Fässchen", haben die Preußen geantwortet, so Thäle. Und das will sich die Mannschaft natürlich auch verdienen, fügte er hinzu. bb |
MAZ vom 20.03.2006: Meisterschaft ist wieder völlig offen HANDBALL / Preußen mit dem schwersten Restprogramm / Verfolger lauern BJÖRN BETHE NEURUPPIN Der Stolperer der Preußen in eigener Halle hat den Ausgang der Berlin-Brandenburgliga-Saison bei den Männern wieder ein ganzes Stück spannender gemacht. Zwar haben es die Preußen nach wie vor selbst in der Hand, in die Regionalliga aufzusteigen. Allerdings ist ihr Restprogramm des Spitzentrios das schwerste. Nach wie vor führt der BFC Preußen die Tabelle mit nun 36:4-Punkten an. Dahinter liegen der SV Brandenburg 63 mit 34:6, der Oranienburger HC mit 33:5 und der BSV Luckau mit 33:7 Punkten. Oranienburg hat dabei noch ein Spiel weniger absolviert,als die restlichen drei Teams. Und selbst der BSV hat noch alle Möglichkeiten, da sowohl Preußen als auch Oranienburg noch in Luckau auflaufen. Preußen muss zudem am letzten Spieltag in Brandenburg antreten. "Das ist ja Wahnsinn, was Neuruppin da geschafft hat. Ich wollte das erst gar nicht glauben", jubelte Peter Hoehne , sportlicher Leiter beim SV Brandenburg West, gestern. Für ihn ist der Lapsus der Preußen eine angenehme Überraschung, auch wenn die Mannschaft noch alles selbst - das heißt ohne weitere Niederlage - in der Hand hat. "Wenn es ganz haarig wird, entscheidet sich die Meisterschaft erst am 13. Mai bei uns", wäre eine weitere Möglichkeit. Dann empfängt Brandenburg den BFC Preußen. "Wir werden aber auf keinen Fall an unserer Überheblichkeit scheitern", sagt er mit Blick auf den BFC. Sollte Preußen, die ausserdem noch in Luckau antreten müssen, sich noch einen Patzer erlauben, sieht Hoehne den OHC mit leichten Vorteilen. Brandenburg käme nur auf den ersten Platz, wenn neben einer weiteren Niederlage der Berliner auch der OHC noch Federn lassen würde. Dessen Präsident Werner Siegler freute sich gestern vor allem, dass nun wieder jedes Spiel interessant wird. Neuruppin hat aus einer Ansetzung, deren Ausgang schon vorher festzustehen schien, ein Schlüsselspiel gemacht. "Für uns selbst werden wohl die Auswärtspartien bei den Reinickendorfer Füchsen II und dem BSV Luckau entscheidend sein", meinte er. Kann der OHC aus diesen beiden Begegnungen vier Punkte holen und leistet sich sonst keine unerwarteten Fehler, wäre er bei einer weiteren Niederlage der Berliner plötzlich an der Spitze der Tabelle. Das würde Peter Frank , Trainer der Preußen, natürlich nur ungern sehen. "Meine Aufgabe ist es nun, aus diesem desolaten Haufen, der da am Sonnabend auf der Platte stand, wieder eine Mannschaft zu machen", gab er sich kämpferisch. Auch er sieht sein Team mit dem schwersten verbleibenden Restprogramm konfrontiert. Jetzt ist alles wieder offen, bestätigte Frank, betonte aber gleichzeitig, dass seine Mannschaft nach wie vor alle Fäden für den Aufstieg selbst in der Hand hält. |